Die Möbelindustrie steht unter Druck wie selten zuvor. Steigende Rohstoffpreise, veränderte Konsumgewohnheiten, neue Vertriebswege, zunehmender Wettbewerb aus Osteuropa und Asien. Wer heute eine Schlüsselposition besetzt, sucht keine Verwalter mehr. Sondern Führungspersönlichkeiten, die mit dieser Komplexität umgehen können.
Aus meinen Mandaten der letzten Monate sehe ich vier Anforderungsprofile, die in der Möbelindustrie zunehmend gefragt sind. Manche überraschen, manche bestätigen, was viele Geschäftsführer ohnehin spüren.
1. Nachhaltigkeit ist Führungsthema, nicht mehr Marketingthema.
Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit als Image-Übung galt, sind vorbei. Möbelhersteller stehen heute vor konkreten regulatorischen Anforderungen (CSRD, Lieferkettengesetz, ESG-Reporting) und vor Kunden, die Herkunft und Produktionsbedingungen genau prüfen. Das verändert die Anforderung an Führungskräfte spürbar.
Wer heute eine Werksleitung oder kaufmännische Leitung besetzt, sucht Persönlichkeiten, die ESG-Prozesse nicht delegieren, sondern selbst verantworten können. Die mit ihrem Einkauf Lieferanten auswählen, Materialien bewerten und Produktionsabläufe so umgestalten, dass sie sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich tragen. Das ist deutlich mehr als der grüne Anstrich der Vergangenheit.
2. Digitalisierung braucht Macher, keine Strategen mehr.
Über Digitalisierungsstrategien in der Möbelindustrie wurde lange genug geredet. Heute geht es um Umsetzung. Von der Automatisierung in der Produktion über vernetzte Maschinensteuerung bis zu Omnichannel-Vertrieb, virtuellen Showrooms und Konfiguratoren am POS.
Was ich in meinen Mandaten häufig sehe: Möbelhersteller, die in den letzten Jahren externe Beraterhonorare in sechsstelliger Höhe gezahlt haben, ohne dass ein einziger digitaler Prozess produktiv lief. Was diese Unternehmen jetzt brauchen, sind Führungskräfte, die Digitalisierung operativ können. Die wissen, wie ein ERP-Wechsel realistisch dauert. Die einen KI-Pilotversuch in der Qualitätssicherung anschieben, ohne ihn zur Vorstandspräsentation aufzublasen. Die Implementierungsstärke ist heute wichtiger als Strategiestärke.
3. Agilität ist eine Frage der Persönlichkeit, nicht der Methode.
Agile Teams, Scrum, OKRs. Das sind Werkzeuge, keine Lösungen. Was die Möbelindustrie in volatilen Märkten tatsächlich braucht, sind Führungspersönlichkeiten mit Entscheidungsstärke und Tempo. Menschen, die einen Markteinbruch nicht mit drei Workshops beantworten, sondern mit klaren Anpassungen in Sortiment, Vertrieb oder Produktion. Innerhalb von Wochen, nicht Quartalen.
Solche Persönlichkeiten lassen sich nicht über Stellenanzeigen finden. Sie sind bereits in verantwortlichen Positionen unterwegs, oft bei direkten Wettbewerbern oder in angrenzenden Branchen. Wer sie gewinnen will, braucht eine andere Ansprache als das übliche Recruiting.
4. Kundennähe wird noch mehr zur Geschäftsführungsaufgabe.
Möbelhersteller, die heute erfolgreich wachsen, haben eines gemeinsam: ihre Geschäftsführung ist nah am Kunden. Nicht nur am Handelspartner, sondern am Endverbraucher. Sie verstehen, wie sich Wohnpräferenzen verschieben, welche Materialien bei welcher Zielgruppe ankommen und warum Möbel heute auch über soziale Medien verkauft werden.
Diese Kundennähe lässt sich nicht delegieren. Sie ist eine Frage der Haltung. Bei der Besetzung von Geschäftsführungs- und Vertriebspositionen achte ich darauf, ob ein Kandidat in seinem bisherigen Werdegang echten Endkundenkontakt hatte oder ob er ausschließlich über die Großhandelsschiene gearbeitet hat. Der Unterschied ist erheblich.
Was das für die Personalsuche in der Möbelindustrie bedeutet:
Die Führungspersönlichkeiten, die diese vier Anforderungen erfüllen, sind selten. Sie sitzen meist in festen Positionen, sind nicht aktiv auf dem Markt und reagieren nicht auf Stellenanzeigen. Wer sie gewinnen will, braucht eine direkte, persönliche Ansprache durch jemanden, der die Branche kennt.
Genau das ist meine Spezialisierung. Seit 2009 besetze ich Führungspositionen in der Möbel- und Möbelzulieferindustrie. Davor war ich 15 Jahre selbst Geschäftsführer in der Branche. Wenn Sie aktuell eine Schlüsselposition besetzen wollen, sprechen Sie mich an.
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